Wie arbeitet ein Recruiter im Fachkräftemarkt?

Wie arbeitet ein Recruiter im Fachkräftemarkt?

Inhaltsangabe

Der Beitrag betrachtet, wie ein Recruiter im Fachkräftemarkt in Deutschland arbeitet. Er richtet sich an Personalverantwortliche, HR-Manager, Inhouse-Recruiter, Personalberater und Bewerber. Ziel ist eine praxisnahe Produktbewertung von Methoden, Tools und Prozessen für das Fachkräfte rekrutieren.

Der Hintergrund ist klar: Der Fachkräftemangel in Deutschland wächst, vor allem in IT, Ingenieurwesen, Pflege und Handwerk. Statistiken des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit zeigen steigende Vakanzzeiten und höhere Time-to-Hire-Werte. Vor diesem Kontext prüft die Analyse, wie Recruiter Fachkräftemarkt-spezifische Strategien einsetzen.

Im Fokus stehen Effizienz, Kosten, Zeit bis zur Besetzung sowie die Candidate Experience. Bewertet werden Kennzahlen wie Time-to-Hire, Cost-per-Hire, Offer-Acceptance-Rate und Retention nach 6 und 12 Monaten. Außerdem fließen rechtliche Konformität, Datenschutz und der Einsatz von digitalen Tools in die Bewertung ein.

Leser erhalten eine strukturierte Übersicht und praxisorientierte Empfehlungen zur Auswahl passender Recruiting-Dienstleistungen und Tools. Damit unterstützt der Text Entscheidungen rund um Recruiting Deutschland und Talent Acquisition.

Wie arbeitet ein Recruiter im Fachkräftemarkt?

Ein Recruiter verbindet Arbeitgeber und Kandidaten. Die Arbeit umfasst Analyse, Suche, Auswahl und Begleitung bis zur Einstellung. In dieser Rolle steuert er Prozesse, misst Kennzahlen und passt Strategien an aktuelle Marktbedingungen an.

Definition und Rolle eines Recruiters im Fachkräftemarkt

Die Rolle Recruiter ist vielschichtig. Er fungiert als Schnittstelle zwischen Unternehmen und Bewerbern.

Zu den Aufgaben Recruiter gehören Anforderungsanalyse, Sourcing, Screening und die Vorstellung passender Kandidaten. Interne Recruiter arbeiten Inhouse, externe Personalberater und Headhunter agieren projektbezogen. RPO-Anbieter übernehmen Teile oder das gesamte Recruiting für Unternehmen.

Messgrößen wie Time-to-Fill, Quality-of-Hire und Bewerberquote zeigen die Leistung eines Recruiters. Diese KPIs helfen, Prozesse zu steuern und Vakanzzeiten zu reduzieren.

Erwartungen von Unternehmen und Bewerbern

Unternehmen erwarten kurze Besetzungszeiten, Kostenkontrolle und passende Kandidaten. Die Erwartungen Unternehmen Bewerber sind klar: neben Fachkompetenz zählt auch soziale Eignung.

Bewerber wünschen transparente Kommunikation, realistische Stellenprofile und zügige Rückmeldungen. Respektvolle Behandlung und Unterstützung bei Gehaltsfragen stärken die Arbeitgebermarke.

Recruiter balancieren Interessen aus beiden Lagern. Durch professionelles Employer Branding und strukturierte Prozesse erfüllen sie die Anforderungen und reduzieren Risiken für beide Seiten.

Besondere Herausforderungen in Deutschland

Der Fachkräftemangel Deutschland prägt das Recruiting stark. Gesetzliche Vorgaben wie Kündigungsfristen und Tarifverträge erhöhen die Komplexität.

Datenschutz spielt eine große Rolle. Recruiter müssen DSGVO-konforme Prozesse sicherstellen, wenn sie Bewerberdaten verarbeiten.

Regionale Unterschiede, vom Ballungsraum bis zur ländlichen Region, erschweren die Suche. Das duale Ausbildungssystem führt zu starken Facharbeiterströmen, die Branchen unterschiedlich betreffen.

Recruiting-Herausforderungen variieren je Branche. IT-Positionen erfordern oft andere Ansprachewege als Handwerk oder Gesundheitswesen. Sprachliche und kulturelle Anforderungen sind bei internationalen Kandidaten relevant.

Strategien zur Kandidatensuche und Active Sourcing

Recruiter nutzen heute ein Mix aus klassischen Jobportalen und gezielten Direktansprachen, um passende Profile schnell zu finden. Die Kandidatensuche kombiniert Reichweite mit Präzision, damit Unternehmen offene Stellen effizient besetzen.

Jobbörsen, Social Media und berufliche Netzwerke bieten unterschiedliche Stärken. Jobbörsen Deutschland wie StepStone, Indeed und Monster liefern große Sichtbarkeit und viele Bewerbungen.

LinkedIn Recruiting und XING punkten bei beruflichen Netzwerken durch bessere Matching-Funktionen und direkten Kontakt. kununu ergänzt die Recherche durch Arbeitgeberbewertungen.

Vorteile und Nachteile liegen oft in Reichweite versus Zielgruppengenauigkeit. Kostenmodelle reichen von einmaligen Jobpostings bis zu Abos für CV-Datenbanken. Anzeigentexte sollten klare Anforderungen, Benefits und Gehaltsspannen nennen.

Employer-Content auf Social Media erhöht die Sichtbarkeit. Bezahlte Ads ermöglichen zielgruppenspezifische Kampagnen. Hinweise zu Remote- oder Hybrid-Arbeit steigern die Relevanz für potenzielle Bewerber.

Direct Search: Ansprache passiver Kandidaten

Beim Direct Search erreichen Recruiter passive Talente direkt auf Plattformen wie LinkedIn, XING oder spezialisierten Foren wie GitHub für Entwickler.

Best Practices umfassen personalisierte Ansprachen, ein klares Angebot der Karrierechance und Betonung der Employer Value Proposition. Timing und konsequentes Follow-up erhöhen die Erfolgschancen.

Wichtig bleibt die Einhaltung der DSGVO bei Kontaktaufnahme und Datenverarbeitung, besonders bei Speicherung von Profilen und Nachrichten.

Talent-Pipelining und langfristige Kandidatenbindung

Eine gepflegte Talent Pipeline reduziert Time-to-Hire. CRM-Systeme wie Beamery oder ATS-Lösungen wie Personio und Workday helfen beim Aufbau von Talentpools.

Pflegemaßnahmen umfassen regelmäßige Newsletter, Einladungen zu Events und Webinaren sowie Alumni-Programme für ehemalige Mitarbeitende.

Ziel ist es, die Candidate Experience zu verbessern und Vertrauen aufzubauen. So sind qualifizierte Kandidaten vorbereitet, wenn neue Positionen entstehen.

Erfolgsmessung erfolgt über Tracking von Quellen mit UTM-Parametern, ATS-Reporting und Conversion-Raten je Kanal. Branchen-Targeting erhöht die Effizienz, etwa IT-Spezialisten über GitHub oder Pflegepersonal über spezialisierte Jobbörsen.

Screening, Auswahlverfahren und Assessment

Ein strukturiertes Vorgehen beim Screening Bewerbungen und in weiteren Auswahlverfahren sichert die Qualität der Bewerberauswahl. Recruiter prüfen Unterlagen systematisch nach Qualifikation, Berufserfahrung und Projektbezug. Lücken und Plausibilität werden kontrolliert, Referenzen bei Bedarf eingeholt.

CV-Parsing kann die Vorauswahl beschleunigen, setzt aber Transparenz und Bias-Gegenmaßnahmen voraus. Blindbewerbungen und Bewertungsbögen helfen, Fairness zu erhöhen. Die Dokumentation der Prüfschritte dient Compliance und späteren Retention-Analysen.

Lebenslauf- und Bewerbungsanalyse

  • Klare Kriterien: Ausbildung, relevante Erfahrungen, Zertifikate.
  • Plausibilitätschecks: Beschäftigungszeiträume und Rollenabgrenzungen.
  • Referenzanfragen zur Verifikation wichtiger Angaben.

Telefon- und Videointerviews effektiv führen

Bei Telefoninterviews steht der schnelle Abgleich von Basisanforderungen im Fokus. Videointerview erlaubt nonverbale Eindrücke und einen realistischeren Eindruck der Kandidatin oder des Kandidaten. Technische Vorbereitung und Datenschutzhinweise vor Aufzeichnung sind Pflicht.

  • Strukturierte Leitfäden und die STAR-Methode für Verhaltensfragen.
  • Pünktlichkeit, klare Zeitangaben und verbindliche Feedback-Fristen für bessere Candidate Experience.
  • Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams eignen sich für das Videointerview, wenn Rahmenbedingungen geprüft sind.

Assessment-Center und fachliche Tests

Assessment-Center lohnen sich für Führungspositionen und komplexe Rollen. Typische Bausteine sind Fallstudien, Gruppenübungen und Präsentationen. Ergänzend kommen psychometrische Verfahren zum Einsatz.

  • Fachliche Tests prüfen konkrete Aufgaben, etwa Coding-Tests mit HackerRank oder Codility.
  • Validität und Normierung sichern faire Bewertungen.
  • Barrierefreiheit und Anpassungen für Menschen mit Behinderungen müssen gewährleistet sein.

Die Entscheidungsfindung vereint Hard Skills und Soft Skills in gewichteten Scorecards. Hiring Manager werden in Bewertungsmeetings eingebunden. Eine klare Dokumentation des Auswahlverfahrens erleichtert spätere Analysen und die Nachvollziehbarkeit der Bewerberauswahl.

Employer Branding und Positionierung des Arbeitgebers

Ein starkes Employer Branding schafft Klarheit über Werte und Erwartungen. Die Arbeitgebermarke wird zur Handlungsanweisung für Recruiting, Führung und interne Kommunikation. Wer eine klare Employer Value Proposition formuliert, spricht gezielt die Wunschkandidaten an.

Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke

Zuerst definiert das Unternehmen seine EVP und segmentiert Zielgruppen nach beruflichen Interessen und Lebensphasen. Dann werden Benefits wie Weiterbildung, Work-Life-Balance und Karrierepfade konkret beschrieben. Klare Aussagen zur Unternehmenskultur erhöhen Vertrauen bei Bewerbern.

Karriereseiten, Mitarbeiter-Testimonials und Content-Strategien

Die Karriereseite muss responsive sein und einen einfachen Bewerbungsweg bieten. SEO-optimierte Stellenbeschreibungen verbessern die Sichtbarkeit.

Authentische Mitarbeiter-Testimonials, kurze Videos und Alltagseinblicke steigern Glaubwürdigkeit. Content-Strategien umfassen Blogposts, Mitarbeiter-Interviews und Beiträge für LinkedIn und Instagram.

Technische Werkzeuge wie Content-Management-Systeme und YouTube helfen beim Ausspielen von Inhalten. Regelmäßige Updates halten die Karriereseite relevant und attraktiv.

Reputation Management und Online-Bewertungen

Das Monitoring von Plattformen wie kununu und Glassdoor gehört zur täglichen Arbeit. Aktives Reagieren auf Feedback zeigt Wertschätzung und verbessert die Online Reputation.

Systematische Mitarbeiterbefragungen und strukturierte Exit-Interviews liefern Ansatzpunkte zur Steigerung der Arbeitgeberbewertung. Antworten bleiben sachlich und transparent, rechtliche oder ethische Grenzen werden respektiert.

  • Messbare Ziele: mehr Bewerbungen, bessere Bewerberqualität, kürzere Time-to-Hire.
  • Praxis: Relaunch der Karriereseite kann Bewerberzahlen und Retention erhöhen.
  • Kontrolle: regelmäßiges Monitoring von kununu, Glassdoor und weiteren Portalen.

Verhandlungsführung und Onboarding-Prozesse

Gute Verhandlungsführung und ein strukturiertes Onboarding bestimmen, wie schnell neue Kolleginnen und Kollegen produktiv werden und wie hoch die Mitarbeiterbindung ausfällt. Recruiter und Führungskräfte sollten Marktbenchmarks nutzen, klare Prozesse festlegen und die Probezeit aktiv begleiten, um frühzeitig Abwanderung zu vermeiden.

Gehalts- und Vertragsverhandlungen

Vor einer Gehaltsverhandlung hilft der Blick auf Studien von StepStone oder Hays. Das schafft realistische Erwartungen bei Bewerbenden und beim Unternehmen. In der Vertragsverhandlung sind Elemente wie Urlaubsregelungen, Arbeitszeit und Wettbewerbsverbote transparent darzulegen.

Der Total-Reward-Ansatz steigert die Offer-Acceptance-Rate. Er kombiniert Grundgehalt mit Benefits wie Weiterbildung, flexiblen Arbeitsmodellen und Zusatzleistungen. Rechtssichere Vertragsvorlagen reduzieren Nachverhandlungen und schaffen Vertrauen.

Onboarding-Programme zur Mitarbeiterbindung

Ein klarer 30/60/90-Tage-Plan beschleunigt die Einarbeitung. Mentoring und Buddy-Systeme verbessern die kulturelle Integration. Onboarding-Software wie Personio kann administrative Abläufe vereinfachen.

Frühe Erfolgserlebnisse und regelmäßige Check-ins erhöhen die Retention. Einarbeitungspläne sollten konkrete Lernziele, Ansprechpartner und erste Projekte enthalten, um die Probezeit sinnvoll zu nutzen.

Retention-Maßnahmen und Probezeitbetreuung

  • Regelmäßige Feedbackgespräche nach zwei und sechs Wochen
  • Individuelle Entwicklungspläne und Zielvereinbarungen
  • Pulse Surveys zur Früherkennung von Kündigungsrisiken

Langfristige Bindung entsteht durch Karrierepfade, interne Mobility und Kooperationen mit IHK oder Volkshochschulen für Weiterbildung. KPIs wie Retention-Rate nach sechs und zwölf Monaten, eNPS und Fluktuationskosten zeigen Wirkung und Handlungsbedarf.

Technologie, Datenschutz und rechtliche Rahmenbedingungen

Moderne Recruiting Technologie vereinfacht Abläufe und verbessert die Candidate Experience. Tools wie Personio, Greenhouse und Workable als ATS, LinkedIn Recruiter oder XING TalentManager für Sourcing sowie Assessment-Tools von SHL oder Pymetrics automatisieren Routineaufgaben. Videointerview-Plattformen wie HireVue und Spark Hire sparen Zeit und liefern strukturierte Daten für datengetriebene Entscheidungen.

Bei DSGVO Recruiting steht der Schutz der Bewerberdaten im Zentrum. Bewerber müssen über Zweckbindung, Speicherdauer und Rechte informiert werden. Unternehmen sollten Datenschutzhinweise in Stellenanzeigen, Auftragsverarbeitungsverträge mit Tool-Anbietern und rollenbasierte Zugriffsrechte implementieren, um Datenschutz Bewerberdaten rechtskonform zu verarbeiten und Löschfristen einzuhalten.

Das Arbeitsrecht Deutschland bildet den Rahmen für faire Einstellungsprozesse. Vorgaben zu Gleichbehandlung nach dem AGG, befristeten Verträgen, Mindestlohn und Dokumentationspflichten sind zu beachten. Bei internationalen Kandidaten kommen Arbeitsgenehmigungen, Anerkennung von Abschlüssen und sozialversicherungsrechtliche Fragen hinzu.

Compliance und Ethik gewinnen bei KI-Anwendungen an Bedeutung. Algorithmen müssen auf Bias geprüft und regelmäßig auditiert werden, damit Entscheidungen transparent bleiben und menschliche Kontrolle erhalten bleibt. Zukünftige Trends zeigen mehr KI-gestützte Matching-Algorithmen, Virtual Reality für Assessments und intensivere Nutzung von People-Analytics zur Vorhersage von Leistung und Retention.

FAQ

Wie definiert sich die Rolle eines Recruiters im deutschen Fachkräftemarkt?

Ein Recruiter fungiert als Schnittstelle zwischen Arbeitgeber und Kandidat. Er analysiert Anforderungen, sourct Bewerber, führt Screening und Interviews durch, präsentiert passende Kandidaten und begleitet Verhandlungen. Es gibt interne Recruiter (Inhouse), externe Personalberater/Headhunter und RPO-Anbieter. Jede Form hat eigene Kosten-, Zeit- und Qualitätsprofile, die an Unternehmensbedürfnisse angepasst werden sollten.

Welche Erwartungen haben Unternehmen an Recruiter?

Unternehmen erwarten schnelle Besetzung qualifizierter Stellen, niedrige Vakanzzeiten, Kostenkontrolle und hohe Qualität der Kandidaten in Fach- und Sozialkompetenz. Zusätzlich sollen Recruiter beim Employer Branding unterstützen, rechtliche Compliance sicherstellen und messbare Kennzahlen wie Time-to-Hire, Cost-per-Hire und Offer-Acceptance-Rate liefern.

Was erwarten Bewerber von einem guten Recruiting-Prozess?

Bewerber wünschen transparente Kommunikation, realistische Stellenprofile, respektvollen Umgang und zügige Rückmeldungen. Hilfestellung bei Gehaltsfragen, klare Zeitfenster für Feedback und eine positive Candidate Experience sind für die Entscheidung oft ausschlaggebend.

Welche besonderen Herausforderungen bestehen im deutschen Fachkräftemarkt?

Deutschland hat einen wachsenden Fachkräftemangel, besonders in IT, Ingenieurwesen, Pflege und Handwerk. Hinzu kommen regionale Disparitäten zwischen Ballungsräumen und ländlichen Gebieten, das duale Ausbildungssystem, hohe Bedeutung von Zeugnissen sowie strenge Regelungen wie DSGVO und Tarifverträge.

Welche Kanäle nutzen Recruiter für die Kandidatensuche?

Recruiter kombinieren Jobbörsen (StepStone, Indeed, Monster), berufliche Netzwerke (LinkedIn, XING), Social Media, spezialisierte Foren und Plattformen wie GitHub für Entwickler. Die Wahl hängt von Reichweite, Zielgruppengenauigkeit und Kostenmodell ab. Employer-Content und bezahlte Ads ergänzen organisches Sourcing.

Wie funktioniert Direct Search und die Ansprache passiver Kandidaten?

Direct Search nutzt LinkedIn, XING, GitHub oder Branchenforen, um passive Talente persönlich anzusprechen. Best Practices sind personalisierte Nachrichten, Fokus auf Karrierechancen und Value Proposition sowie sorgfältiges Timing und Follow-up. DSGVO-Vorgaben bei Kontaktaufnahme und Datenverarbeitung müssen beachtet werden.

Was ist Talent-Pipelining und wie hilft es Time-to-Hire zu reduzieren?

Talent-Pipelining bedeutet Aufbau und Pflege langfristiger Talentpools mittels CRM oder ATS (z. B. Beamery, Personio). Maßnahmen wie Newsletter, Webinare und Events halten Kandidaten im Kontakt. Dadurch sinkt Time-to-Hire, die Candidate Experience verbessert sich und das Employer Branding wird gestärkt.

Welche KPIs sind wichtig zur Bewertung von Recruiting-Performance?

Relevante KPIs sind Time-to-Fill/Time-to-Hire, Cost-per-Hire, Offer-Acceptance-Rate, Quality-of-Hire und Retention nach 6/12 Monaten. Ergänzend dienen Bewerberquote, Conversion-Raten je Kanal und eNPS als Indikatoren für Prozessqualität und Kandidatenzufriedenheit.

Wie unterscheidet sich KI-gestützte Vorauswahl von manueller Sichtung?

KI-Tools wie CV-Parsing automatisieren die Vorselektion und erhöhen Geschwindigkeit. Risiken sind Bias und Intransparenz. Manuelle Sichtung bleibt wichtig für Kontextbewertung. Gute Praxis kombiniert automatisierte Filter mit strukturierten, menschlichen Bewertungsbögen und Bias-Tests.

Wie führt man strukturierte Telefon- und Videointerviews?

Strukturierte Leitfäden, Einsatz der STAR-Methode und klare Bewertungsfelder sorgen für Vergleichbarkeit. Technische Vorbereitung, Datenschutzhinweise bei Aufzeichnungen und rechtzeitige Feedbackzusage verbessern die Candidate Experience. Für Video-Interviews sollten Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams genutzt werden.

Wann sind Assessment-Center oder fachliche Tests sinnvoll?

Assessment-Center eignen sich für Führungsrollen oder komplexe Positionen mit hoher Verantwortung. Fachliche Tests und Coding-Plattformen wie HackerRank sind bei spezialisierten Rollen nützlich. Wichtig sind Validität, Normierung und Zugänglichkeit für Kandidaten mit Behinderungen.

Wie baut ein Unternehmen eine attraktive Arbeitgebermarke auf?

Zentrale Elemente sind eine klare Employer Value Proposition, Zielgruppenanalyse, abgestimmte Benefits (Weiterbildung, Work-Life-Balance), transparente Karrierepfade und authentische Mitarbeiter-Testimonials. Konsistente Kommunikation auf Karriereseiten, Social Media und in Stellenanzeigen stärkt die Positionierung.

Welche Rolle spielen Karriereseiten und Mitarbeiter-Testimonials?

Karriereseiten sind zentrale Touchpoints: responsive Gestaltung, klare Bewerbungswege und Einblicke in Arbeitsalltag erhöhen Bewerbungsbereitschaft. Video-Testimonials und Mitarbeiter-Interviews stärken Vertrauen und vermitteln Kultur und Entwicklungsmöglichkeiten.

Wie geht man mit Online-Bewertungen und Reputation Management um?

Bewertungen auf kununu, Glassdoor und Google sollten kontinuierlich gemonitort und sachlich beantwortet werden. Mitarbeiterbefragungen und Exit-Interviews helfen, Ursachen zu erkennen. Manipulation ist unethisch; transparente Verbesserungsmaßnahmen sind langfristig wirkungsvoller.

Welche Verhandlungsstrategien erhöhen die Offer-Acceptance-Rate?

Marktbenchmarks (StepStone, Hays) nutzen, transparente Gehaltsbänder kommunizieren und Total-Reward-Ansatz anbieten. Flexible Arbeitsmodelle, Weiterbildung und Zusatzleistungen können eine Entscheidung positiv beeinflussen. Rechtliche Vertragsbestandteile müssen klar und vollständig sein.

Wie sollten Onboarding-Programme gestaltet werden?

Onboarding sollte strukturierte Pläne für 30/60/90 Tage, Mentoring/Buddy-Systeme und klare Einarbeitungsziele enthalten. Onboarding-Software wie Personio Onboarding unterstützt Prozesse. Ziel ist schnelle Produktivität und kulturelle Integration zur Reduktion von Kündigungen in der Probezeit.

Welche Retention-Maßnahmen sind wirkungsvoll?

Regelmäßige Feedbackgespräche, individuelle Entwicklungspläne, interne Mobility und Weiterbildungsangebote stärken Bindung. Pulse Surveys und Check-ins nach 3/6 Monaten erkennen Kündigungsrisiken frühzeitig. Messgrößen sind Retention-Rate und Fluktuationskosten.

Welche Technologien sind im Recruiting relevant?

Wichtige Tools umfassen ATS (Personio, Greenhouse), Recruiting-CRMs, Sourcing-Tools (LinkedIn Recruiter, XING TalentManager), Assessment-Tools (SHL) und Videoplattformen (HireVue). Technologie automatisiert Routineaufgaben, verbessert Candidate Experience und ermöglicht People-Analytics.

Welche DSGVO-Anforderungen gelten für Bewerberdaten?

Bewerberdaten benötigen klare Zweckbindung, Informationspflichten und nachvollziehbare Speicherdauern. Auftragsverarbeitungsverträge mit Anbietern und Rollenbasierte Zugriffsrechte sind Pflicht. Bewerber müssen über Datenverarbeitung informiert und Löschfristen eingehalten werden.

Welche arbeitsrechtlichen Regeln sind beim Recruiting zu beachten?

Gleichbehandlung nach AGG, Regelungen zu befristeten Verträgen, Mindestlohn, Tarifverträge und Dokumentationspflichten sind zentral. Bei internationalen Kandidaten sind Arbeitsgenehmigungen und Anerkennung von Abschlüssen zu prüfen.

Wie lässt sich Diskriminierung bei KI-gestützten Tools vermeiden?

Regelmäßige Bias-Tests, Transparenz der Algorithmen und menschliche Entscheidungskompetenz verhindern diskriminierende Effekte. Auditierung und Nachvollziehbarkeit der Modelle sind ebenso erforderlich wie dokumentierte Validierungsverfahren.

Welche Trends prägen die Zukunft des Recruitings?

Zunehmende Nutzung von KI für Matching, Virtual Reality für Assessments und Employer Branding, Automatisierung repetitiver Prozesse und verstärkte Integration von People-Analytics zur Vorhersage von Retention und Performance prägen die Zukunft.
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